Katzen knabbern an Pflanzen. Manche aus Langeweile, manche aus Neugier, und manchmal lädt ein wippendes Blatt einfach zum Spielen ein. Deshalb lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Deine Fensterbank: Einige der beliebtesten Zimmerpflanzen gelten als giftig für Katzen, darunter Monstera, Efeutute und Glücksfeder. Andere sind nach heutigem Wissen unbedenklich. Die Einstufungen unten stammen aus zwei verlässlichen Quellen. Die eine ist CliniTox, die Giftdatenbank für Tiere der Universität Zürich. Die andere ist die Animal Poison Control der ASPCA, einer großen US-Tierschutzorganisation.
| Pflanze | CliniTox (Uni Zürich) | ASPCA | Giftstoff und Anzeichen |
|---|---|---|---|
| Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine) | stark giftig | giftig | Brennen in Maul, Zunge und Lippen, Speicheln, Erbrechen, Schluckbeschwerden |
| Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) | sehr stark giftig | Schweregrad gering | nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle, lösliche Oxalsäuren |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | giftig | giftig | unlösliche Calciumoxalate |
| Monstera (Monstera deliciosa) | giftig | giftig | unlösliche Calciumoxalate |
| Philodendron (Philodendron hederaceum) | giftig | giftig | unlösliche Calciumoxalate |
| Einblatt (Spathiphyllum) | giftig | giftig | unlösliche Calciumoxalate |
| Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) | stark giftig | giftig, meist überschätzt | reizt Maul und Magen, manchmal Erbrechen |
| Aloe (Aloe vera) | giftig | giftig | Erbrechen, Lethargie, Durchfall |
| Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) | schwach giftig | giftig | Saponine; Übelkeit, Erbrechen, Durchfall |
| Yucca (Yucca elephantipes, Yucca gloriosa, Yucca guatemalensis) | ungiftig | giftig | Saponine; Erbrechen |
| Grünlilie (Chlorophytum comosum) | ungiftig | ungiftig | kein Giftstoff bekannt |
| Calathea | ungiftig (Calathea crocata) | ungiftig | kein Giftstoff bekannt |
Welche Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig?
Giftig für Katzen sind vor allem Dieffenbachie, Glücksfeder, Efeutute, Monstera, Philodendron, Einblatt, Aloe und Weihnachtsstern. CliniTox der Universität Zürich stuft die Glücksfeder sogar als sehr stark giftig ein und die Dieffenbachie als stark giftig. Viele dieser Pflanzen stehen in fast jeder Wohnung, deshalb lohnt der Abgleich mit der Tabelle.
Dieffenbachie: brennt im Maul
CliniTox führt die Dieffenbachie bei den stark giftigen Pflanzen, die ASPCA stuft sie als giftig für Katzen und Hunde ein. Beißt Deine Katze hinein, nennt die ASPCA als typische Anzeichen Reizung und starkes Brennen in Maul, Zunge und Lippen, übermäßiges Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Bei einer Katze, die ständig an Grünzeug knabbert, gehört diese Pflanze nicht in die Wohnung.
Glücksfeder: pflegeleicht, aber nicht harmlos
Die Glücksfeder gilt als unverwüstlich und steht deshalb oft in Wohnungen und Büros. CliniTox stuft sie als sehr stark giftig (+++) ein, ausdrücklich auch für Vögel, und nennt als Giftstoffe nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle und lösliche Oxalsäuren. Calciumoxalate sind winzige Kristalle aus Calciumsalz, die Schleimhäute reizen. Die ASPCA sieht das deutlich gelassener: Sie nennt den Schweregrad bei Haustieren gering, viele Fälle ließen sich zu Hause behandeln, und Langzeitfolgen seien nicht zu erwarten. Die Giftinformationszentrale Bonn stuft die Pflanze für Menschen als leicht giftig ein und schreibt, dass alle Pflanzenteile Calciumoxalat-Nadeln enthalten. Für Dich heißt das: Ist Deine Katze an die Glücksfeder gegangen, rufst Du trotzdem in der Tierarztpraxis an und entscheidest nicht selbst.
Efeutute, Monstera, Philodendron und Einblatt
Diese vier Pflanzen haben dasselbe Problem. CliniTox führt alle vier als giftig, die ASPCA stuft sie als giftig für Katzen ein und nennt als Giftstoff unlösliche Calciumoxalate. Gerade Efeutute und Philodendron hängen gern als Ampel von Regalen herunter, und die baumelnden Triebe sind für Katzen wie ein Spielzeug. Die Monstera wird mit den Jahren groß und breit, und das Einblatt steht meist auf Bodenhöhe. Beide erreicht Deine Katze also ohne Mühe.
Aloe: Hausmittel für Dich, nicht für die Katze
Viele stellen sich die Aloe wegen ihres Gels ins Bad oder in die Küche. CliniTox führt sie als giftig, die ASPCA stuft sie als giftig für Katzen und Hunde ein. Als Anzeichen nennt die ASPCA Erbrechen, Lethargie, also auffällige Mattigkeit, und Durchfall.
Wenn die Quellen sich widersprechen
Bei Weihnachtsstern, Bogenhanf und Yucca kommen CliniTox und ASPCA zu unterschiedlichen Einstufungen. In solchen Fällen hältst Du Dich an die vorsichtigere Einschätzung, solange Deine Katze an Pflanzen knabbert. Eine Entwarnung gibt es für keine dieser drei Pflanzen.
Weihnachtsstern
CliniTox führt den Weihnachtsstern als stark giftig. Die ASPCA stuft ihn ebenfalls als giftig für Katzen ein, schreibt aber, dass er Maul und Magen reizt, manchmal Erbrechen auslöst und in seiner Giftigkeit meist überschätzt wird. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen Bonn stuft ihn für den Menschen als gering giftig ein. Warum also Vorsicht? CliniTox weist darauf hin, dass es ungiftige Sorten gibt, die sich äußerlich nicht von giftigen unterscheiden lassen. Außerdem beschreibt die Datenbank den Fall einer Katze, die nach der Aufnahme wiederholt erbrach und etwa zehn Stunden später starb. Wenn Du nach giftigen Pflanzen für Katzen mit Fotos suchst, hilft Dir das beim Weihnachtsstern also nur begrenzt. Am Aussehen erkennst Du die Pflanze, aber nicht, ob gerade Deine Sorte giftig ist.
Bogenhanf und Yucca
Den Bogenhanf stuft die ASPCA als giftig für Katzen und Hunde ein. Sie nennt Saponine, also seifenartige Pflanzenstoffe, sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. CliniTox führt ihn nur bei den schwach giftigen Pflanzen. Bei der Yucca ist der Gegensatz noch größer: Die ASPCA führt sie als giftig und nennt ebenfalls Saponine und Erbrechen, CliniTox dagegen listet Yucca elephantipes, Yucca gloriosa und Yucca guatemalensis bei den ungiftigen Pflanzen.
Nicht giftige Pflanzen für Katzen
Grünlilie und Calathea gelten bei beiden Datenbanken als ungiftig für Katzen. Die Grünlilie führen ASPCA und CliniTox übereinstimmend als ungiftig. Die Calathea führt die ASPCA als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde, und CliniTox listet Calathea crocata bei den ungiftigen Pflanzen.
Ungiftig heißt allerdings nicht, dass Deine Katze die Pflanze folgenlos auffrisst. Die ASPCA weist darauf hin, dass Pflanzenmaterial jeglicher Art bei Hunden und Katzen Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann, auch wenn die Pflanze nicht als giftig gilt. Wenn Deine Katze nach dem Knabbern an der Grünlilie einmal erbricht, ist das also nicht automatisch eine Vergiftung. Trotzdem behältst Du sie im Blick.
Giftig oder nicht? Anzeichen einer Vergiftung und was Du tun musst
Hat Deine Katze an einer giftigen Pflanze gefressen, bringst Du sie sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Genau das rät die Veterinärmedizinische Universität Wien. Die Behandlung umfasst dort eine Dekontamination, also das Entfernen des Gifts aus dem Körper, und einen stationären Klinikaufenthalt.
Laut Vetmeduni Wien zeigt sich eine Vergiftung je nach Gift und Menge als Mischung aus neurologischen und Magen-Darm-Symptomen. Achte vor allem auf:
- gedämpftes oder gesteigertes Bewusstsein, also auffällig benommen oder überdreht
- schwankenden Gang
- leichtes Zittern bis hin zu Krämpfen
- übermäßiges Speicheln bis hin zu Erbrechen
- bei calciumoxalathaltigen Pflanzen wie der Dieffenbachie zusätzlich Brennen im Maul und Schluckbeschwerden
So gehst Du im Ernstfall vor:
- Trenne Deine Katze von der Pflanze und sammle abgebissene Blätter ein.
- Ruf die Tierarztpraxis oder außerhalb der Sprechzeiten den tierärztlichen Notdienst an und kündige Dich an.
- Nimm die Pflanze, ein Stück davon oder das Etikett mit. Ein Foto ist die Notlösung.
- Merk Dir ungefähr, wann Deine Katze an der Pflanze war und welche Anzeichen Du bemerkt hast.
- Probier keine Hausmittel aus, sondern fahr los.
Die Giftinformationszentren, etwa in Bonn, beraten vor allem bei Vergiftungen von Menschen. Hat auch Dein Kind an der Pflanze gekaut, rufst Du zusätzlich dort an. Für Deine Katze ist die Tierarztpraxis zuständig.
Giftige Pflanzen für Katzen im Haus: So richtest Du Dich ein
Am sichersten ist ein Zuhause ohne für Katzen giftige Pflanzen. Hochstellen reicht bei den meisten Katzen nicht, denn sie klettern auf Regale und Fensterbänke. Mit diesen Schritten kommst Du zu einer sicheren Pflanzenecke:
- Botanischen Namen herausfinden: Deutsche Namen sind oft ungenau. Auf dem Etikett oder in der Gärtnerei bekommst Du den lateinischen Namen, und mit dem suchst Du in den Datenbanken.
- Bei CliniTox und ASPCA nachschlagen: Beide Datenbanken sind frei zugänglich. Weichen die Einstufungen voneinander ab, gilt die strengere.
- Neue Pflanzen vor dem Kauf prüfen: Das gilt auch für Schnittblumen und Geschenke. Tierärztliche Stellen warnen bei Katzen ausdrücklich vor Lilien.
- Giftige Pflanzen abgeben: Eine Monstera oder Glücksfeder freut sich über einen Platz bei Freunden ohne Haustiere oder im Büro.
- Auf ungiftige Arten umsteigen: Grünlilie und Calathea bringen genauso viel Grün in die Wohnung.
Ist Deine Pflanzenecke sicher für Deine Katze?
Hak an, was bei Dir zutrifft. Die Einschätzung bezieht sich nur darauf, wie gut Du vorbeugst. Ob Deine Katze vergiftet ist, kann sie nicht beurteilen.
Hak an, was zutrifft, dann steht hier, was das bedeutet.
So ist es gemeint
Quelle: CliniTox (Universität Zürich), ASPCA Animal Poison Control
Häufige Fragen zu giftigen Pflanzen für Katzen
Welche Pflanze ist für Katzen am giftigsten?
Unter den verbreiteten Zimmerpflanzen stuft CliniTox der Universität Zürich die Glücksfeder als sehr stark giftig ein, die höchste Stufe in der Datenbank. Dieffenbachie und Weihnachtsstern führt CliniTox als stark giftig. Die ASPCA bewertet die Glücksfeder dagegen deutlich milder. Für Deine Katze gilt trotzdem: Gefressen ist gefressen, und dann rufst Du die Tierarztpraxis an.
Was ist für Katzen absolut giftig?
Unter den Zimmerpflanzen sind das vor allem Glücksfeder, Dieffenbachie und Weihnachtsstern, die CliniTox als sehr stark oder stark giftig einstuft. Auch Efeutute, Monstera, Philodendron, Einblatt und Aloe gelten bei CliniTox und ASPCA als giftig. Wie schwer eine Vergiftung verläuft, hängt laut Vetmeduni Wien von Gift und Menge ab.
Welche Blumen darf man bei Katzen nicht aufstellen?
Den Weihnachtsstern solltest Du nicht aufstellen, denn CliniTox führt ihn als stark giftig, und ungiftige Sorten lassen sich äußerlich nicht von giftigen unterscheiden. Auch das Einblatt mit seinen weißen Blüten gilt als giftig für Katzen. Bei Schnittblumen warnen tierärztliche Stellen ausdrücklich vor Lilien.
Was dürfen Katzen absolut nicht fressen?
Bei Pflanzen sind das alle Arten, die CliniTox oder ASPCA als giftig führen, zum Beispiel Glücksfeder, Dieffenbachie, Efeutute, Monstera, Philodendron, Einblatt, Aloe und Weihnachtsstern. Auch bei ungiftigen Pflanzen kann laut ASPCA Erbrechen auftreten. Welche Lebensmittel für Deine Katze tabu sind, klärst Du am besten mit Deiner Tierarztpraxis.
Was sind Giftpflanzen für Katzen?
Giftpflanzen für Katzen enthalten Stoffe, die beim Anknabbern oder Fressen Beschwerden auslösen, etwa Calciumoxalat-Kristalle oder Saponine. Typische Anzeichen sind Speicheln, Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen neurologische Symptome wie schwankender Gang oder Krämpfe. Ob eine Pflanze dazugehört, schlägst Du bei CliniTox der Universität Zürich oder bei der ASPCA nach.
Was besagt die 3-3-3 Regel bei Katzen?
Die 3-3-3 Regel hat nichts mit Pflanzen zu tun. Sie ist eine Faustregel für neu eingezogene Katzen: Die ersten drei Tage braucht das Tier vor allem Ruhe, nach etwa drei Wochen gewöhnt es sich an den Alltag, und nach rund drei Monaten fühlt es sich richtig zu Hause. Wissenschaftlich festgelegt ist das nicht, jede Katze hat ihr eigenes Tempo.
Gerade in diesen ersten Wochen erkundet eine neue Katze alles, auch Deine Pflanzen. Deshalb sollten giftige Arten schon vor dem Einzug aus der Wohnung sein.
Das Wichtigste in Kürze
- Glücksfeder, Dieffenbachie und Weihnachtsstern stuft CliniTox als sehr stark oder stark giftig ein.
- Efeutute, Monstera, Philodendron, Einblatt und Aloe gelten bei CliniTox und ASPCA als giftig für Katzen.
- Bei Bogenhanf und Yucca widersprechen sich die Quellen. Richte Dich nach der strengeren Einstufung.
- Grünlilie und Calathea gelten als ungiftig, trotzdem kann jedes Pflanzenmaterial Erbrechen auslösen.
- Speicheln, Erbrechen, schwankender Gang, Zittern oder Krämpfe: sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt, am besten mit der Pflanze.
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